Was Sie über Transsexualität wissen sollten…

Es besteht dringender Reformbedarf!

Das Verfahren – sowohl das rechtliche, als auch das medizinische – wird von vielen „betroffenen“ Personen als entwürdigend, diskriminierend und meist sehr belastend empfunden. Die Bundesregierung hat mehrere juristische Gutachten zur Änderung des Transsexuellengesetzes (TSG) in Auftrag gegeben, die eindeutig eine Neuregelung empfehlen. Seit Jahren tritt der Gesetzgeber jedoch auf der Stelle. Einige Vereinigungen und Verbände versuchen seit Jahrzehnten eine Verbesserung der Situation transsexueller Menschen auch in Bezug auf die medizinische Versorgung zu erreichen. Es passiert… 

…seit Jahren NICHTS!!! 

In der sog. Stuttgarter Erklärung werden die Forderungen nach einer menschenrechtskonformen Behandlung von trans- und intersexuellen Menschen aufgeführt. Die Autorin unterstützt diese Forderungen und gehört selbst zu den Unterzeichnerinnen der Stuttgarter Erklärung.

Stuttgarter Erklärung

Menschenrechtskonforme Behandlung von geschlechtsvarianten Menschen
Bei der „Stuttgarter Erklärung“ handelt es sich um alternative Behandlungsempfehlungen, um eine menschenrechtskonforme Behandlung von Menschen mit geschlechtlichen Normabweichungen möglich zu machen, die ohne geschlechtliche Deutung auskommt. Die „Stuttgarter Erklärung“ ist eine Übereinkunft, Menschen das Wissen über ihr Geschlecht zuzugestehen, und dieses Wissen als wahrhaftig anzuerkennen. Dies ist die Grundvoraussetzung für ethisches Handeln.

Bedenkt man, dass weniger als 1 % der Verfahren nach dem TSG durch die Gerichte negativ entschieden wurden (also einer Vornamens- und Personenstandsänderung widersprochen wurde) und weniger als 1 % der Personen, welche ein Verfahren nach dem Transsexuellengesetz erfolgreich durchgeführt haben, ein Rückabwicklung des Verfahrens beantragt haben (Meyenburg et al., 2015), wird die „Sinnhaftigkeit“ des Verfahrens – auch bei Kindern und Jugendlichen (Korte et al., 2016) – auch aus Kostengründen und die mit den Verfahren einhergehende Belastung der Gerichte an sich in Frage gestellt.